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Studie: Unternehmensgründungen durch Restarter

Führt die erneute Gründung nach einem Scheitern nur in ein verschärftes Prekariat oder bedeutet es einen Ausweg aus dem Prekariat? Das IfM Bonn hat die Erfolgschancen von Restartern mit jenen von Erstgründern in Deutschland verglichen.

Stichworte: Restart | Statistik Unternehmensgründungen

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Restart ? Unternehmensgründung mit prekärer Ausgangslage

Die unfreiwillige Aufgabe einer beruflichen Selbständigkeit bedeutet immer den Verlust der Beschäftigung, der Einkommensquelle und meist auch einen (Teil-)Verlust des Vermögens. Die soziale Stellung, das Selbstwertgefühl, die Gesundheit und oft auch die Partnerschaft sind beschädigt. Die ehemals Selbstständigen befinden sich damit zweifellos in einer prekären Lage.

Bereits früher durchgeführte Studien des IfM Bonn haben gezeigt, dass eine erneute Unternehmensgründung nach einem Scheitern mit Insolvenz eine Gründung unter erschwerten Rahmenbedingungen bedeutet. Das betrifft vor allem die häufig eingeschränkte finanzielle Situation, den erschwerten Zugang zu Finanzierungen wie Kredite und Förderungen.

Diese Nachteile von Restartern gegenüber Erstgründern lassen erwarten, dass Restarter einem größeren Prekariatsrisiko ausgesetzt sind als Erstgründer. Ziel der Studie war es daher zu überprüfen, ob die erneute Gründung eines Unternehmens Chancen zur Sicherung der Existenz birgt oder die bereits vorhandenen finanziellen Probleme weiter verschärft.

Anteil der Restarter an den Unternehmensgründungen

Der Anteil der Restarter an den Unternehmensgründungen hängt von der Definition eines Restarts ab. Werden als Restarter nur GründerInnen berücksichtigt, die zuvor eine Insolvenz durchlaufen haben, dann dürfte sich der Anteil in Deutschland bei rd. 2% bewegen. Die Autoren der Studie gehen jedoch davon aus, dass sich bei einer weiter gefassten Defintion von Restart (Scheitern auch ohne Insolvenz) der Anteil zwischen 11% und 18% der Neugründungen bewegt.

Weniger Eigenkapital und Finanzierungsprobleme

Der Vergleich zwischen Erstgründern und Restartern zeigt, dass Restartern tendenziell mit geringeren Finanzmitteln (Eigenkapitel und Fremdkapital) auskommen müssen. Der Anteil der noch mit Altschulden belasteten Restarter, war mit rd. 30% allerdings niedriger als erwartet ? vermutlich eine Folge der großzügigeren Definition von Scheitern und Restart. Trotzdem rechneten rd. 50% der potenziellen Restarter mit Problemen bei der Beschaffung des Startkapitals. Bei den Erstgründern betrug der entsprechende Anteil rd. 40%.

Es wurde auch die Gründe für die Verzögerung der Gründungspläne oder den endgültigen Abbruch des Gründungsvorhabens analysiert. Auch hier zeigt sich, dass potenzielle Restarter tatsächlich stärker durch Finanzierungsprobleme in der Umsetzung ihrer Gründungsvorhaben gebremst werden als andere Gründer.

Ein Jahr nach der Gründung?

Ein Jahr nach den realisierten Gründungen können Wiederholungsgründer ohne Scheitererfahrung zu rd. 26% ihren Lebensunterhalt durch die Selbständigkeit sichern, Erstgründer zu rd. 22%. Bei Restartern beträgt der Anteil 15%, die Mehrheit von ihnen (76%) würde wieder ein Unternehmen gründen und bewertet damit den Neustart als positive Verbesserung gegenüber der prekären Ausgangslage.

Auch wenn die Restarter bei den Erfolgsindikatoren tendenziell etwas schlechter abschneiden als die anderen Gründer, sind diese Unterschiede statistisch jedoch nicht signifikant. Die Studienautoren schließen daher, dass eine erneute Unternehmensgründung für zuvor gescheiterte Selbständige eine realistische erwerbswirtschaftliche Chance darstellt.

Quelle: Restarts - Bergen erneute Gründungen für zuvor gescheiterte Unternehmer... (.pdf)

Online seit: 13.09.2010

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