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Wer gründet und wer gibt ein Gründungsvorhaben auf?

Welche Einflussfaktoren begünstigen die tatsächlichen Umsetzung einer geplanten Unternehmensgründung und welche führen dazu, dass die Unternehmensgründung aufgeschoben oder gar abgebrochen wird?

Stichworte: Ältere Selbständige | Restart | Statistik Unternehmensgründungen | Unternehmensgründung

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Seit 2003 befragt das IfM Bonn Besucher/innen auf Gründungsmessen, welche regelmäßig an verschiedenen Orten Deutschlands abgehalten werden. Dabei werden Gründungsinteressierte vor der Umsetzung des Gründungsvorhabens erfasst, diese werden nach einem Jahr wieder befragt.

Gemäß dem Gründerpanel des IfM Bonn haben 28% der zunächst stark Gründungsinteressierten rund ein Jahr nach der erstmaligen Befragung auf einer Gründermesse die Umsetzung ihres Gründungsvorhabens abgebrochen, 30% verfolgen ihre Gründungspläne noch weiter.

Die wesentlichsten Ergebnisse:

  • Ältere Gründungsinteressierte (50 Jahre und älter) brechen des Gründungsvorhaben signifikant häufiger ab als jüngere Gründungsinteressierte. Das Alter hat jedoch keinen signifikanten Einfluss darauf, ob die geplante Unternehmensgründung aufgeschoben wird.
  • Vorhandene Branchenerfahrung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Unternehmensgründung umgesetzt wird und fehlende Branchenerfahrung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gründungsvorhaben aufgeschoben wurde. Auf den Abbruch eines Gründungsvorhabens hat die Branchenerfahrung keinen signifikanten Einfluss.
  • Eine bereits vorherige erfolgreiche Selbständigkeit hat keinen signifikanten Einfluss darauf, ob ein Gründungsvorhaben tatsächlich realisiert wird. Allerdings reduziert sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gründungsvorhaben endgültig abgebrochen wird und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Gründungsvorhaben aufgeschoben wird.
    Eine vorherige erfolglose Selbständigkeit hat weder auf die tatsächliche Realisierung der geplanten Unternehmensgründung, noch auf Aufschub oder endgültigen Abbruch einen signifikanten Einfluss. Auch die Selbständigkeit der Eltern hat keinen signifikanten Einfluss.
  • Werden Probleme bei der Kapitalbeschaffung bereits zum Zeitpunkt der Erstbefragung erwartet, wird das Gründungsprojekt mit einer um 10,1 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit verschoben und mit einer um 16,1 Prozentpunkte geringeren Wahrscheinlichkeit tatsächlich umgesetzt. Sie werden mit einer um 6,0 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit abgebrochen als wenn keine Finanzierungsprobleme erwartet werden.
  • Die aktuelle (Nicht-)Erwerbstätigkeit hat keinen signifikanten Einfluss darauf, ob die geplante Unternehmensgründung abgebrochen wird. Waren die Gründungsinteressierten zum Zeitpunkt der ersten Befragung jedoch nicht erwerbstätig, wird ein Gründungsvorhaben seltener aufgeschoben und die Gründung häufiger tatsächlich realisiert.
  • Eine geplante Unternehmensgründung im Vollerwerb wird signifikant häufiger tatsächlich realisiert und seltener abgebrochen als Unternehmensgründungen, die im Nebenerwerb geplant sind. Auf den Aufschub eines Gründungsvorhabens hat das Kriterium Vollerwerb/ Nebenerwerb keinen signifikanten Einfluss.

Quelle: Ifm Bonn: Abbruch und Aufschub von Gründungsvorhaben (pdf)

Online seit: 12.09.2011

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