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Insolvenzstatistik 2011: Deutliche Erholung

Weniger insolvente Unternehmen im Jahr 2011, geringere Verbindlichkeiten und weniger betroffene Beschäftigte. 22% aller eröffneten Insolvenzverfahren wurden als Sanierungsverfahren eröffnet.

Stichworte: Insolvenzstatistik | Sanierungsverfahren

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Wie die Statistik des KSV 1870 zeigt, waren 2011 insgesamt 5.869 Unternehmen in die Pleite geschlittert, um 8% weniger als im Jahr zuvor.

Die Statistik bestätigt wieder, dass junge Unternehmen besonders gefährdet sind. 37% der insolventen Unternehmen betrafen die Gründungsjahrgänge 2005 bis 2009, weitere 8% hatten das zweite Jahr nicht erreicht bzw. vollendet. Rund 45% aller Insolvenzen entfielen also auf Unternehmen, die jünger als sieben Jahre waren.

Insolvenzverfahren mangels Vermögen nicht eröffnet – große Unterschiede nach Bundesländern

Nicht eröffnete Verfahren aufgrund mangelnden Vermögens werden umgangssprachlich häufig auch als „mangels Masse“ abgewiesene Verfahren bezeichnet. Überdurchschnittlich stark war der Rückgang bei jenen Insolvenzen, bei denen mangels Vermögens erst gar kein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. 2011 waren das 2.609 Fälle, um rd. 9% weniger als im Jahr zuvor.

Deutlich über dem Durchschnitt war der Rückgang bei den nicht eröffneten Insolvenzverfahren von GmbH – 2011 waren über 347 insolvente GmbH die Verfahren nicht eröffnet worden, um 17% weniger als im Jahr zuvor. Bei den Einzelunternehmen fiel der Rückgang mit 7% geringer aus. Rund 19% der nicht eröffneten Insolvenzverfahren betraf das Gastgewerbe.

Die Statistik des KSV 1870 zeigt, dass 2011 in 44% aller Insolvenzfälle kein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. In Salzburg wurde in 67% der Insolvenzfälle kein Insolvenzverfahren eröffnet, im Burgenland hingegen nur in 27% der Fälle und in Niederösterreich wurde nur in 32% der Fälle aufgrund mangelnden Vermögens kein Verfahren eröffnet. In Wien, dem Bundesland mit den meisten Insolvenzen, wurde in 48% der Fälle kein Insolvenzverfahren eröffnet.

Lt. KSV 1870 gibt es für diese Unterschiede mehrere Gründe. Einerseits gibt es an den Gerichten eine gelebte Praxis, die variiert. Andererseits hängt der Anteil der eröffneten Verfahren auch von der Bereitschaft großer Gläubiger ab, einen Kostenvorschuss zu erlegen. Diese Bereitschaft ist vor allem bei den Krankenkassen nicht in allen Bundesländern gleich stark ausgeprägt.

Eröffnete Insolvenzverfahren

Mit 3.260 eröffneten Insolvenzverfahren über Unternehmen im Jahr 2011 ist ein weiterer Rückgang um über 7% zu verzeichnen, das sind im Vergleich zu 2010 um 262 eröffnete Insolvenzen weniger. Bei den eröffneten Verfahren weist Salzburg den stärksten Rückgang mit 34% (2010: 170 Fälle, 2011: 113 Fälle) auf. Vorarlberg verzeichnete bei den eröffneten Insolvenzverfahren als einziges Bundesland gegenüber 2010 ein Plus (+5%). Nach wie vor gibt es die meisten eröffneten Insolvenzverfahren in Wien (949 Fälle), in Niederösterreich (636) und in der Steiermark (473).

Während die Zahl der eröffneten Verfahren bei den Einzelunternehmen annähernd gleich blieb, sank sie bei den GmbH um 13% gegenüber dem Vorjahr.

Eröffnete Sanierungsverfahren

Im Jahr 2011 wurden insgesamt 728 der 3.260 eröffneten Insolvenzverfahren als Sanierungsverfahren eröffnet, also rd. 22%. Davon wurde die Mehrheit (520 Fälle) als Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet, in 208 Fällen wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung gestartet. Insgesamt wurde 84 Mal die Eigenverwaltung entzogen, das kann aber auch Sanierungsverfahren betreffen, die bereits 2010 eröffnet wurden.

Passiva und Zahl der betroffenen Beschäftigten rückläufig

Bei einem Vergleich hinsichtlich der Passiva zwischen 2011 und 2010 muss berücksichtigt werden, dass 2010 die Insolvenz des ATEC-Konzerns die Statistik erheblich beeinflusste. Insgesamt waren im Vergleich zum Vorjahr die Verbindlichkeiten der insolventen Unternehmen um 40% niedriger als im Jahr 2010. Auch wenn die ATEC-Insolvenz herausgerechnet wird, lagen 2011 die offenen Verbindlichkeiten noch immer um 21% niedriger als im Jahr 2010.

2011 waren im Vergleich zu 2010 um 14% weniger Beschäftigte betroffen, das waren im Summe 20.600 Beschäftigte. Da gerade größere Arbeitgeberbetriebe häufig saniert werden, ist das jedoch nicht mit Arbeitsplatzverlusten gleichzusetzen.

Quelle: KSV 1870

Online seit: 19.02.2012

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