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Kredite für Unternehmer in Österreich nach wie vor günstig

Zinssätze für Unternehmenskredite in Österreich niedriger als im EU-Raum. Basiszinssatz wurde im Dezember 2011 wieder auf 0,38% gesenkt.

Stichworte: Basiszinssatz | Finanzierung | Statistiken

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Laut Auskunft der OeNB lag im Dezember 2011 der Zinssatz für neue Kredite bis zu 1 Mio. Euro an Unternehmen in Österreich bei 3,02%. Die Zinsen für österreichische Unternehmen liegen damit nach wie vor deutlich unter dem Durchschnitt europäischer Länder. Unternehmen im Euroraum mussten für vergleichbare Kredite 4,46% Zinsen bezahlen.

Betrachtet über den Jahresdurchschnitt waren die Zinsen für Neukredite bis zu 1 Mio. Euro mit 2,43% am niedrigsten im Jahr 2010. Am höchsten waren die Zinsen 2008 mit 5,47% (Betrachtungszeitraum 2004 bis 2011). Im Jahr 2011 lagen sie im Jahresdurchschnitt bei 2,92%. Die Zahlen beziehen sich nur auf den Zinssatz, nicht auf Nebenkosten!

Zu den Unternehmenskrediten zählen nur solche, die an Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften vergeben wurden, die in ihrer Haupttätigkeit Waren und nichtfinanzielle Dienstleistungen produzieren (nichtfinanzielle Unternehmen, also beispielsweise keine Versicherungen).

Zinssatz: Kredite für Einzelunternehmer und Freie Berufe

Kredite an Einzelunternehmer und Freiberufler werden seit 2004 statistisch zu den Privatkrediten gezählt. Der Zinssatz lässt sich also nur annähernd erfassen indem Kredite, die dem Wohnbau und dem Konsum zugeordnet sind, nicht berücksichtigt werden sondern nur Kredite für sonstige Zwecke.

Der Zinssatz für neue Kredite an Private in der Kategorie sonstige Zwecke lag im Dezember 2011 bei 3,22%. Generell lag in den vergangenen Jahren der Zinssatz für Neukredite in dieser Gruppe um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte über dem Zinssatz für Unternehmenskredite bis zu 1 Mio. Euro.

Betrachtet über die letzten sieben Jahre war auch bei den neu abgeschlossenen Privatkrediten für sonstige Zwecke der Zinssatz im Jahr 2008 mit durchschnittlich 5,77% am höchsten und 2010 mit 2,62% am niedrigsten. Im Jahresdurchschnitt 2011 betrug der Zinssatz 3,12%.

Zinsen für Überziehungskredite deutlich höher!

Höher sind die Zinssätze für Überziehungskredite und zwar sowohl für Unternehmen als auch für Private.

Betrachtet über die Jahre 2004 bis 2011 war der Zinssatz von 5,74% für Überziehungskredite von Privaten im abgelaufenen Jahr (2011) so günstig wie in keinem anderen Jahr. Am teuersten waren Überziehungskredite für Private (und damit auch für Freiberufler und Einzelunternehmer) im Jahr 2008, damals lag der Zinssatz im Jahresdurchschnitt bei 7,84%.

Vergleichsweise günstig sind die Überziehungszinsen für nichtfinanzielle Unternehmen. Am höchsten war der Zinssatz für Überziehungskredite der Unternehmen ebenfalls 2008, damals betrug er im Jahresdurchschnitt 6,02%. Mit 3,03% war der Zinssatz im Jahr 2010 am niedrigsten, im abgelaufenen Jahr (2011) zahlten Unternehmen im Jahresschnitt 3,41% an Zinsen für Überziehungskredite.

Basiszinssatz wieder auf Tiefststand

Nachdem der Basiszinssatz im Juli 2011 von zuvor 0,38% auf 0,88% angestiegen war wurde er mit 14.12.2011 wieder mit 0,38% festgesetzt. Bereits zuvor lag der Basiszinssatz von Mai 2009 bis Juli 2011 bei 0,38%.

Der Basiszinssatz ist eine wichtige Größe, da z.B. gesetzliche Verzugszinsen ausgehend vom Basiszinssatz berechnet werden. Am Beispiel von Stundungszinsen beim Finanzamt: diese betragen Basiszinssatz plus 4,5% (also seit Dezember 2011 4,88%, zuvor 5,38%).

Quelle: OeNB – Statistische Daten

Online seit: 07.03.2012

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